Ausflugsziele auf Rügen

Rügen ist die flächengrößte und die bevölkerungsreichste deutsche Insel. Sie liegt vor der Ostseeküste Vorpommerns. Eiszeitlich bedingt ist Rügen sehr hügel- und wasserreich. Die feinsandigen Badestrände sind ein beliebtes Urlaubsziel. Durch Halbinseln und Landspitzen ist die Küste stark gegliedert. Die imposanten weißen Kreidefelsen gehören zu einer der Wahrzeichen der Insel Rügen. 

Willkommen in der Binzer Bucht

JAGDSCHLOSS GRANITZ

Das Granitzer Jagdschlosss wurde zwischen 1837 und 1846 von dem Berliner Baumeister und Architekten Johann Gottfreid Steinmeyer errichtet. Es hat 4 Ecktürme und einen Mittelturm (144 m hoch), von dem ein herrlicher Ausblick auf ganz Rügen möglich ist. Auftraggeber des fast 100.000 Taler teuren Schlösschens war Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus. Das Gebäude steht auf dem s.g. Tempelberg inmitten des ca. 1.000 ha großen Waldgebiets der GRANITZ, welches seit 1991 zum BIOSHÄRENRESERVAT SÜDOST-RÜGEN gehört. Sehenswert ist die eindrucksvolle Eisenkunstguss-Wendeltreppe mit 154 Stufen, die nach den Plänen von KARL FRIEDRICH SCHINKEL errichtet wurde und zur Aussichtsplattform auf dem Dach des Mittelturmes führt. Bei klarem Wetter kann man hier bis USEDOM blicken.

 

Das Schloss war ein beliebtes Reiseziel europäischer Adliger und Prominenter. Historische Salons; Sonderausstellungen;

Bestrebungen des Sohnes von Malte zu Putbus, Franz Fürst zu Putbus (1927-2004), den Familienbesitz nach der Wende zurück zu bekommen, scheiterten vor Gericht.

MÜTHER-TURM

1968 von dem Binzer Bauingenieur Ulrich Müther (1934-2007) erbaute Rettungsstation am Strand von Binz. Architektonisches Unikat. 2004 und 2018 saniert und heute Außenstelle des Standesamt Binz.

Weitere Müther-Bauten auf Rügen:

  • Buswartehaus am Kreisel in Binz, erbaut 1967 (saniert 1997)
  • Musikpavillon "Kurmuschel" in Sassnitz, erbaut 1987 (saniert 2018)
  • Gaststätte "Ostseeperle" in Glowe, erbaut 1968 (saniert 2005-2009)
  • Gaststätte "Inselparadies" in Baabe, erbaut 1966 (saniert 2017)

SEEBRÜCKE BINZ

370 m lang und damit zweitlängste Seebrücke Rügens nach der Seebrücke Sellin. Erbaut wurde die Brücke 1902 und bereits am 30./31. Dezember 1904 bei einem Sturmhochwasser wieder zerstört. Neubau 1906. Aufgrund eines Unglücks beim Anlegen eines Dampfers, bei dem 17 Menschen ums Leben kamen, wurde 1913 die DLRG gegründet. Vom Ende der Seebrücke aus hat man einen fantastischer Ausblick in die Binzer Bucht. Ausgangspunkt für Schiffstouren

Rasender Roland

1895 eröffnete Rügensche Kleinbahn. Eine der schnellsten Schmalspurbahnen Deutschlands und technisches Denkmal. Heute 24,1 km Streckenlänge von Putbus über Binz, Sellin und Baabe nach Göhren. Täglicher Betrieb mit 100 Jahre alten Dampflokomotiven. Streckenführung und  Fahrplanauskunft: Rügensche-Baederbahn.com


HAFENSTADT SASSNITZ

Durch den Fährhafen Sassnitz (im Ortsteil Mukran) Rügens historisches Tor nach Skandinavien. Die Stadt erhielt 2012 den Titel UNESCO-WELTNATURERBE für die reichhaltigen Buchenurwälder im NATIONALPARK JASMUND.

Schöne Bäderarchitektur.

BAUMWIPFELPFAD PRORA

2013 eröffneter, 1.250 m langer, barrierefreier Baumwipfelpfad mit einem 40 m hohen Aussichtsturm, der einem Adlerhorst nachempfunden ist. Die Aussichtsplattform bietet auf einer Höhe von 82 m ü. NHN einen Rundblick über Rügen, bis zum Kleinen Jasmunder Bodden und zur Prorer Wieck. Erlebnisausstellungen und Umweltinformationszentrum


Kreidefelsen

Nordöstlich von Sassnitz beginnt die Kreideküste mit der Stubbenkammer und Rügens Wahrzeichen, dem 118 m hohen Königsstuhl als schönstem Aussichtspunkt. Die Kreidefelsen gehören zum Nationalpark Jasmund mit dem UNESCO-Weltnaturerbe. 2004 wurde das Nationalparkzentrum Königstuhl eröffnet. Oberhalb des Steilufers entlang der Küstenlinie verläuft der Hochuferweg, der gern zum Wandern genutzt wird.

SCHMACHTER SEE

Schilfumrandeter Binnensee, am nördlichen Ende an den Ort Binz grenzend. Hier gibt es eine Promenade und den "Park der Sinne" mit Fitness und Sinnesstationen. Herrlicher Ort zur Beobachtung des Sonnenuntergangs. Am und im See leben über 40 auf der "Roten Liste" stehende gefährdete Arten, wie z.B. Rohrdommel, Graugans, Seeadler oder Fischadler.

Dendrologische Besonderheiten


KOLOSS von PRORA

1936 - 1939 zur NS-Zeit errichteter und unvollendet gebliebener Gebäudekomplex. Im "KdF-Seebad Rügen" sollten für die Organisation "Kraft durch Freude" 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen können. Der Beginn des

2. Weltkriegs verhinderte die Fertigstellung. Der "Koloss von Prora" ist der 4,5 km lange Kern von ursprünglich 8 aneinandergereihten Gebäudeblöcken.  3 Blöcke wurden zwischen 1945 und 1949 zerstört. Zu DDR-Zeiten wurde das Gelände militätisch genutzt und war Sperrgebiet. Inzwischen wurden die einzelnen Blöcke zu teuren Wohn- und Hotelanlagen umgebaut. 2011 wurde eine Jugendherberge eröffnet. In der südlichen Festplatzrandbebauung befindet sich das DOKUMENTATIONSZENTRUM PRORA mit einer interessanten und sehenswerten Dauerausstellung zur Historie des Seebades.

RESIDENZSTADT PUTBUS

Die Stadt wurde 1810 von dem Fürsten Wilhelm Malte I. zu Putbus als "Planstadt im klassizistiscehn Stil" gegründet. Mit dem 1816 im Ortsteil Lauterbach gegründeten ersten pommerschen Seebad und der dortigen Errichtung des BADEHAUSES GOOR hielt die BÄDERARCHITEKTUR Einzug auf der Insel Rügen. Sehenswert sind das 1819 bis 1824 erbaute Residenztheater, der Marstal, die Orangerie, die Schlosskirche, das Affenhaus (heute Puppenmuseum) und der historische Stadtkern  mit dem Circus und dem Marktplatz.

Besonders sehenswert ist der Park im englischen Stil mit dem Freiwildgehege. Von den weiß gestrichenen Häusern der Residenzstadt leitet sich der Name "Weiße Stadt" her. Putbus wird außerdem auch "Rosenstadt" genannt. Fürst Malte I. verband der Kauf von Wohnhäusern mit der Verpflichtung, vor diesen immer Rosenstöcke zu pflanzen. Bis heute wird dieser Verpflichtung Folge geleistet. 1962 wurde das Schloss Putbus auf Veranlassung der DDR-Behörden gesprengt.


Weitere interessante Ausflugsziele

Insel Ummanz

Die Insel ist seit 1901 über eine 250 m lange Brücke bei Waase erreichbar und ist die viertgrößte Insel in Mecklenburg-Vorpommern. Große Teile der gleichnamigen Gemeinde liegen im NATIONALPARK VORPOMMERSCHE BODDENLANDSCHAFT. Die Insel liegt 20 km westlich von BERGEN, der Inselhauptstadt von Rügen.

 

Sehenswert: Die 1322 erstmals erwähnte "St.-Marien-Kirche" von Waase. Sie beherbergt das "Antwerpener Retabel", einen spätgotischen Schnitzaltar aus dem Jahr 1520. Aus dem 15. Jahrhundert stammen die Ostwand des Kirchenschiffes, die Sakristei und der Chor.

HALBINSEL MÖNCHGUT

Auf der Halbinsel liegt das Biosphärenreservat Südost-Rügen mit den "ZICKER BERGEN", den wohl schönsten Bergen Norddeutschlands.

 

Sehenswert: PFARRWITWENHAUS in Groß Zicker. 1719 erbautes niederdeutsches Hallenhaus. MIDDELHAGEN mit seinem historischen Schulmuseum. Einmal pro Woche gibt es historischen Schulunterricht wie im 19. Jahrhundert.


Insel Hiddensee

Hiddensee liegt unmittelbar westlich vor Rügen und ist die größte Insel innerhalb des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Auf der Insel liegen neben dem Hauptort VITTE noch die Orte Grieben, Kloster und Neuendorf. Die Insel ist komplett autofrei. Fahren kann man nur mit der Pferdekutsche oder dem Fahrrad.


Sehenswert: Der Leuchtturn Dornbusch. Bei gutem Wetter kann man 95 m über dem Meer bis zu den Kreideklippen der dänischen Insel Møn sehen.

Die Überfahrt von Rügen nach Hiddensee startet vom Hafen in Scharprode im Westen der Insel Rügen aus. Hier sind beide Inseln nur 1.000 m voneinander getrennt.

Störtebeker-Festspiele

Die Festspiele finden seit 1993 von Ende Juni bis Anfang September auf der Freilichtbühne in Ralswiek am Ufer des  "Großen Jasmunder Bodden" statt. Es wird in einem Zeitraum von 4 bis 6 Jahren die Geschichte des Seeräubers Klaus Störtebekers, der mit seinen "Vitalienbrüdern"am Ende des 14. Jahrhunderts die Ostsee unsicher machte, erzählt. Zu den Mitwirkende zählen ca. 20 Schauspieler, 140 Statisten, 30 Pferde und 4 Koggen mit ihren Schiffsführern.


KAP ARKONA

Auf der Halbinsel Wittow im Norden von Rügen ragt eine 43 m hohe Steilküste aus Kreide und Geschiebemergel aus der Ostsee, das Kap Arkona.  Es gehört mit ca. 800.000 Besuchern jährlich zu den beliebtesten Ausflugszielen der Insel. Sehenswert  sind die beiden Leuchttürme. Der kleinere der beiden Türme wurde 1826/27 nach den Plänen des berühmten Architekten und Baumeisters Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) erbaut. Dieser s.g. SCHINKELTURM ist 19,3 m hoch und ist der zweitälteste Leuchtturm an der deutschen Ostseeküste. Am 31.03.1905 wurde er außer Dienst gestellt, denn ein größerer Turm, der in direkter Nachbarschaft 1901/02 gebaut wurde, übernahm am 01.04.1905 seine Aufgabe.

 

In der Nähe zu den beiden Leuchttürmen wurde 1927 ein Marinepeilturm erbaut, der bis zum Ende des 2. Weltkriegs zur Beobachtung des Funkverkehrs in der südlichen Ostsee diente.

Alle 3 Türme wurden in den 1990er Jahren saniert und sind für Besucher geöffnet. Jeder Turm hat eine Aussichtsplattform mit einem wunderschönen Blick über die Insel Rügen.

Der Schinkelturm beherbergt zusätzlich ein Museum und wird vom Standesamt Binz als Außenstelle genutzt. Außerdem können am Kap Arkona noch ein alter Wehrmachtsbunker und ein Bunker der Volksmarine, der ab 1986 als Gefechtsstand genutz wurde, besichtigt werden.

SEEBÄDER

Sellin

Sehenswert: Die Seebrücke mit dem prunkvollen Brückengebäude

 

Baabe

Die kleine Schwester von Sellin. Perfekter Ausgangspunkt für Ausflüge ins Biosphärenreferat und an den Bodden.

 

Göhren

In der "SEEBAD-Perlenreihe" kommt Göhren geografisch zum Schluss.

 

Sehenswert: Das Mönchsguter Heimatmuseum, das Hügelgrab "Speckbusch" aus der Bronzezeit und die Göhrener Kirche.